Getriebe einbauen – Audi A3 8P

Im letzten Beitrag habe ich euch gezeigt, wie die Kupplung getauscht wird. Dazu musste vorher das Getriebe ausgebaut werden. Dementsprechend muss nach dem Tausch des Zweimassenschwungrads jetzt das Getriebe wieder eingebaut werden. Hier zeige ich euch nun also wie auch ihr das Getriebe einbauen sowie den Rest des Autos wieder vervollständigen könnt. Los geht’s.

Getriebe einbauen

Der schwierigste Teil beim Einbau des Getriebes kommt gleich zu Anfang. Denn das Getriebe wieder in die richtige Position zu bringen ist noch etwas schwieriger als es der Ausbau war. Prinzipiell muss das Getriebe natürlich in umgekehrter Reihenfolge an seinen Platz gefädelt werden, wie es ausgefädelt wurde. Um zumindest der Schwerkraft etwas entgegensetzen zu können habe ich wieder meinen Motorradheber verwendet. Diesen habe ich auf einem Rollbrett platziert um das Getriebe abzustützen.
Das Getriebe wird so also erst mal in der richtigen Richtung neben dem Motor positioniert. Das Verbinden mit dem Motor stellte sich dann jedoch auch schwieriger dar, als ich das erwartet hätte. Es müssen nämlich gleichzeitig die Getriebeeingangswelle in die Kupplung eingeführt werden, sowie die zwei Führungshülsen für die Verschraubung aufeinander passen.
Was mir nach stundenlangen herumprobieren zum Schluss geholfen hat war folgendes. Zwei Schrauben der Getriebebefestigung werden falsch herum, also von der Motorseite aus, eingeschraubt. Somit hat man zwei deutlich längere Führungsstifte zur Verfügung um das Getriebe in die richtige Position zu bekommen. Dann braucht man natürlich noch etwas Kraft um Motor und Getriebe zu vereinen. Mein Schuhabdruck ist noch auf dem Getriebedeckel zu sehen.

Nachdem das Getriebe mit dem Motor zusammengesteckt wurde können auch schon die Schrauben wieder mit dem passenden Drehmoment angezogen werden. Konkret bedeutet das, dass die M12-Schrauben mit 80 Nm und die M10-Schrauben mit 40 Nm angezogen werden.

Auch die Schraube der Strebe für den Auspuff wird mit 40 Nm angezogen.

Getriebekonsole

Als nächstes wird die Getriebekonsole angebaut. Da hier Dehnschrauben verwendet werden, müssen diese ersetzt werden. Die drei Schrauben seitlich unten werden vom Radkasten aus zuerst mit 40 Nm angezogen und anschließend um 90° weitergedreht. Anschließend kann das Getriebe mit der Motorbrücke von oben oder dem Wagenheber von unten in seine ursprüngliche Position gehoben werden. Wenn die Getriebekonsole am Getriebelager vollständig anliegt können auch hier die neuen Schrauben zuerst mit 60 Nm angezogen und anschließend 90° weitergedreht werden.

Da der Motor beziehungsweise das Getriebe nun wieder mit seinen eigenen Haltern befestigt ist, kann die Motorbrücke entfernt werden.

Die Schaumstoffteile links und rechts können dementsprechend auch gleich wieder ihren Platz einnehmen.

Weiter geht es mit der Pendelstütze. Auch hier kommen neue Schrauben zum Einsatz. Zuerst wird die Pendelstütze am Getriebe befestigt. Die Schrauben werden mit 50 Nm + 90° angezogen. Die Schraube im Aggregateträger bekommt sogar 100 Nm + 90°. Hier nimmt man am Besten wieder den langen Hebel zu Hilfe, der auch beim Ausbau zum Einsatz kam.

Antriebswellen einbauen

Als nächstes werden die Antriebswellen wieder angeschraubt. Dazu werden die Schrauben zuerst mit 10 Nm eingeschraubt und anschließend mit 40 Nm bei M8-Schrauben beziehungsweise 70 Nm bei M10-Schrauben nachgezogen. Auch hier sollen laut Reparaturleitfaden neue Schrauben verwendet werden. Da es sich allerdings nicht um Dehnschrauben handelt, geht es vermutlich nur um die Schraubensicherung. Ich habe also die Schrauben grünlich gereinigt und ein bisschen Schraubensicherung aufgetragen.

Falls nicht bereits geschehen, sollte jetzt der Stecker für den Ölstandsensor wieder aufgesteckt werden.

Anlasser einbauen

Der Anlasser wird eingebaut und die zwei Schrauben mit 80 Nm angezogen.

Der Stecker wird wieder aufgesteckt und verriegelt sowie das Pluskabel mit 16 Nm angeschraubt.

Nachdem Stecker und Pluskabel wieder ihre Abdeckung bekommen haben wird das Massekabel an der oberen Befestigungsschraube mit 23 Nm angeschraubt.

Genauso wird die Kabelhalterung an der unteren Befestigungsschraube mit 23 Nm befestigt.

Der Stecker für den Rückwärtsgangschalter wird einfach aufgesteckt.

Kupplungsnehmerzylinder und Schaltseile einbauen

Als nächstes ist der Kupplungsnehmerzylinder dran. Da in meinem Fall die Manschette defekt ist sollte ich eigentlich einen neuen einbauen. Das mache ich aber ein andermal. So brauche ich jetzt nicht auch noch die Kupplung zu entlüften.
Der Nehmerzylinder wird also eingesetzt. Das Stößelende wird mit MoS2-Fett geschmiert und die beiden Befestigungsschrauben mit 20 Nm angezogen.

Anschließend wird die Strebe über dem Kupplungsnehmerzylinder eingebaut. Die neuen Schrauben werden zunächst handfest eingeschraubt und anschließend mit 20 Nm + 90° festgezogen.

Die Halter für die Kupplungsleitung sowie der für die Schaltseile werden mit 20 Nm angeschraubt.

Dann können die Schaltseile verbunden und mit den Sicherungsscheiben gesichert werden.

Schaltung einstellen

Jetzt kann gleich der Schalthebel eingestellt werden. Hierzu müssen zunächst die Seilzugarretierungen entriegelt werden. Das heißt, die Schiebehülsen an den Seilzügen müssen bis zum Anschlag nach vorn gedrückt werden, sodass die Federn komplett zusammengedrückt sind. In dieser Position dann die Schiebehülsen bis zum Anschlag drehen, um sie einrasten zu lassen. Die Seilzüge müssen sich nun verschieben lassen.
Dann wird die Schaltwelle festgestellt. Hierzu den Getriebeschalthebel nach unten drücken und gleichzeitig den kleinen Hebel im Uhrzeigersinn drehen, sodass dieser nach oben zeigt.

Als nächstes geht es in den Innenraum. Der Aschenbecher wird herausgenommen um dann die Abdeckung des Schalthebels anheben zu können.

Der Schalthebel wird im Leerlauf nach links gedrückt, sodass sich der Absteckstift (T10027A) einstecken lässt, um den Schalthebel zu fixieren. Alternativ kann man auch einen 5 mm Bohrer bzw. Inbusschlüssel als Absteckstift verwenden.

Jetzt müssen nur noch die Schiebehülsen wieder in die andere Richtung gedreht werden, sodass sich die Federn entspannen und die Schiebehülsen in die Ausgangsstellung drücken. Die Seilzügen sind nun eingestellt.

Nachdem der Absteckbolzen wieder nach links gedreht und der Absteckstift am Schalthebel entfernt wurde kann die Einstellung geprüft werden. Dazu Kupplung betätigen und die Gänge durchschalten. Falls nach mehrmaligem Schalten noch etwas hakt, muss der Vorgang wiederholt werden.

Bei mir hat alles funktioniert, also kann die Schalthebelverkleidung wieder montiert werden.

Restliche Teile einbauen

Wie ich schon beim Ausbau erwähnt habe ist dieser Halter bei euch vermutlich nicht vorhanden, sofern ihr keine nachgerüstete Standheizung habt.

Die Luftführung wird wieder eingebaut.

Dabei auch an die Unterdruckleitungen denken.

Dann kann der Batteriehalter eingebaut werden. Die Schrauben werden mit 6 Nm angezogen.

Das Hinterteil des Batteriekastens wird eingesteckt.

Dann kann die Batterie eingebaut werden. Die Befestigungsschraube wird mit 22 Nm angezogen.

Anschließend kann das Vorderteil des Batteriekastens eingesteckt werden.

Der Luftfilterkasten wird eingebaut. Die Befestigungsschraube bekommt 10 Nm. Der Unterdruckschlauch darf dabei natürlich nicht vergessen werden.

Die Schellen können wieder mit einer Rohrzange in Position gebracht werden.

Die vordere Luftführung wird eingeclipst.

Dann kann auch die Motorabdeckung wieder drauf.

Weiter geht es an der Unterseite. Auch hier wird das Luftführungsrohr wieder eingebaut.

Dann können die übrigen Verkleidungen sowie die Vorderräder angebaut werden.

Zum Abschluss noch die Batterie wieder anklemmen.

Und auch hier die Abdeckung drauf.

Fertig.

Fazit

Der Unterschied beim ersten Start ist natürlich sofort bemerkbar. Keine furchtbaren Geräusche vom Zweimassenschwungrad mehr und auch die Vibrationen sind deutlich weniger. Der Wechsel der Kupplung beziehungsweise vor allem des Zweimassenschwungrads war ein voller Erfolg. Für die Arbeit habe ich zwar fast zwei Tage gebraucht, aber ich finde es hat sich trotzdem gelohnt den Wechsel selbst zu machen. Auf jeden Fall habe ich so wieder einiges an Erfahrung dazugewonnen.
Ich kann euch also nur empfehlen genug Zeit mitzubringen, falls ihr selbst das Getriebe aus- und wieder einbauen wollt. Ohne Stress und am besten mit etwas Hilfe ist das aber auf jeden Fall machbar, wenn auch nicht ganz angenehm ohne Hebebühne.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.