Zündanlassschalter wechseln beim Golf 3

Wie ich ja schon beim Einbau des Radios feststellen musste, ist bei meinem Golf 3 der S-Kontakt am Zündanlassschalter durchgebrannt. Das ist leider häufig dann das Problem, wenn ein Zubehörradio falsch angeschlossen wurde. Ein neuer Zündanlassschalter ist zum Glück nicht all zu teuer. Noch günstiger wird es, wenn man ihn bei anderen Online-Teilehändlern in einer größeren Bestellung mitbestellt. Jetzt muss das neue Teil nur noch eingebaut werden. Hier zeige ich euch, wie das geht.

Lenkrad demontieren

Um den Zündanlassschalter tauschen zu können, muss das Lenkrad samt Airbag demontiert werden. Dementsprechend wird erst mal die Batterie abgeklemmt und dann ca. 20 bis 30 Minuten gewartet. Der Zündschlüssel sollte auf Position „0“ stehen.

Als nächstes wird die Lenksäulenverkleidung demontiert. Dazu müssen nur die zwei Schrauben von unten gelöst werden.

Der gelbe Stecker unter der Lenksäule ist für den Airbag. Dieser kann also schon mal getrennt werden.

Dann wird das Lenkrad gerade ausgerichtet und von hinten die beiden Inbusschrauben gelöst. Die Schrauben müssen nicht komplett herausgedreht werden. Es reicht, wenn sich der Airbag abnehmen lässt.

Auch wird wieder der gelbe Stecker vom Airbag getrennt.

Die Airbageinheit muss mit dem Prallpolster nach oben abgelegt werden.

Bevor das Lenkrad demontiert wird, sollte die Position des Lenkrads auf der Lenksäule markiert werden. Dazu habe ich mit einem Körner einen Punkt senkrecht unter der Markierung des Lenkrads eingeschlagen.

Dann kann die Befestigungsmutter abgeschraubt werden. Hier hilft es das Lenkschloss zu verriegeln, damit sich das Lenkrad nicht einfach mitdreht.

Nachdem das Lenkrad abgenommen wurde, sollte das Kabel des Rückstellrings etwas bewegt werden, sodass sich das Kabel in der untersten Position befindet. Dort rastet der Ring ein und kann sich nicht ungewollt verdrehen, was später zum Überdrehen und damit zur Zerstörung der Wickelfeder führen würde.

Lenkschlossgehäuse demontieren

Als nächstes werden die Steckverbindungen am Lenkstockschalter getrennt.

Anschließend müssen die drei Schlitz-Schrauben herausgedreht werden.

Dann kann der Lenkstockschalter abgenommen werden.

Jetzt muss die Hülse von der Lenksäule abgezogen werden. Dazu habe ich zunächst versucht, den Abzieher direkt anzusetzen. Das hat allerdings nicht funktioniert. Der Abzieher ist immer abgerutscht.

Besser funktioniert es, wenn ein 27 mm Gabelschlüssel an die Hülse angesetzt wird. Der Abzieher greift dann am Gabelschlüssel und die Hülse kann so abgezogen werden.

Anschließend wird auch die Feder abgenommen.

Das Lenkschlossgehäuse ist mit einer Schraube von unten befestigt. Da es sich hier um eine Abreißschraube handelt, besitzt sie am Kopf keine Aufnahme für Schraubenzieher oder -schlüssel. Es wird also eine Zange benötigt um die Schraube zu lösen. Alternativ könnte man auch versuchen einen Schlitz für einen Schraubenzieher einzufräsen. In meinem Fall war die Schraube allerdings schon so locker, dass sie sich komplett ohne Werkzeug entfernen lies. Das erklärte dann auch das Höhenspiel im Lenkrad.

Um das Lenkschlossgehäuse abnehmen zu können muss natürlich das Lenkschloss entriegelt sein. Dass es beim Entriegeln meistens notwendig ist das Lenkrad ein Stück zu drehen sollte bekannt sein. Da das Lenkrad allerdings nicht zu Verfügung stand habe ich einfach eine Gripzange zur Hand genommen.

Dann muss noch die Lesespule der Wegfahrsperre abgenommen werden.

Auf der Rückseite wird der Stecker des Zündanlassschalters gelöst.

Dann kann das Lenkschlossgehäuse abgenommen werden.

Zündanlassschalter tauschen

Der Zündanlassschalter ist innen mit einer Schraube befestigt. Das ist auch der Grund dafür, dass so viel demontiert werden muss.

Nachdem die Schraube draußen ist, kann der Zündanlassschalter direkt gegen den neuen getauscht und wieder angeschraubt werden.

Alles wieder einbauen

Der Zusammenbau erfolgt wie immer in umgekehrter Reihenfolge.
Also erst mal das Lenkschlossgehäuse wieder aufschieben. Die Befestigungsschraube kann durch eine Schraube mit Kopf ersetzt werden. Alternativ ist es auch möglich die alte Schraube mit einer Zange festzudrehen. So habe ich es gemacht.

Der Stecker des Zündanlassschalters wird von hinten aufgesteckt. Vorne darf die Lesespule nicht vergessen werden.

Anschließend werden die Feder und die Hülse aufgesteckt.

Da in meinem Fall auf der Hülse bereits eine Markierung aufgeschlagen war habe ich diese auch richtig ausgerichtet.

Mit einer passenden Nuss kann die Hülse das erste Stück aufgepresst werden.

Anschließend nehme ich die Lenkradmutter für das nächste Stück.

Als nächstes wird der Lenkstockschalter montiert.

Dabei natürlich nicht die Steckverbindungen vergessen.

Dann kann auch schon das Lenkrad wieder montiert werden. Dabei müssen logischerweise die Markierungen übereinstimmen.

Die Sechskantmutter wird mit 50 Nm angezogen.

Um erkenntlich zu machen, dass ich die Mutter wiederverwendet habe, kennzeichne ich sie mit einem Körnerschlag.

Jetzt kann der Airbag wieder eingebaut werden. Also Stecker einstecken und die beiden Schrauben an der Rückseite des Lenkrads einschrauben.

Der Stecker unten darf natürlich auch nicht vergessen werden.

Dann muss nur noch die Verkleidung der Lenksäule montiert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Airbagkabel in der entsprechenden Aussparung der Verkleidung sitzt.

Vor dem Anklemmen der Batterie wird die Zündung eingeschaltet.

Beim Anklemmen der Batterie darf natürlich niemand im Fahrzeug sein, für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Airbag auslöst.

Fazit

Die Teilekosten für den neuen Zündanlassschalter sind günstig. Der Aufwand ist vergleichsweise groß, hält sich aber im Rahmen. Es ist auf jeden Fall deutlich angenehmer, wenn das Radio mit der Zündung an und aus geht. Dementsprechend hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt. Dass durch das richtige Anziehen der Befestigungsschraube am Lenkschlossgehäuse jetzt auch das Höhenspiel des Lenkrads weg ist, ist ein schöner Nebeneffekt.

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