Thermostat wechseln 1.9 TDI – Audi A3 8P

Schon bei der Probefahrt meines Audi A3 fiel mir auf, dass die Kühlmitteltemperatur nicht über 70 °C steigt. Allerdings konnte ich aufgrund der kurzen Zeit nicht mit Sicherheit feststellen, ob wirklich ein Defekt vorliegt. Da aber auch auf der Heimfahrt keine höhere Temperatur erreicht wurde, war klar, dass das Thermostat in offener Position hängt und getauscht werden muss. Ein neues Thermostat ist zum Glück nicht all zu teuer. Also gleich bestellt und eingebaut. Hier zeige ich euch, wie das beim 1.9 TDI mit Motorkennbuchstabe BKC geht.

Vorbereitung

Als Erstes wird das Auto vorne aufgebockt. Zum einen muss die Verkleidung unten abgenommen werden, um das Kühlmittel aufzufangen, zum Anderen war die erhöhte Position recht angenehm zum Arbeiten.

Die Motorabdeckung muss natürlich sowohl unten als auch oben entfernt werden.

Die Auffangwanne wird unter den Motor gelegt.

Altes Thermostat ausbauen

Laut Werkstattanleitung soll das Kühlmittel komplett abgelassen werden. Diesen Schritt spare ich mir. Beim Entfernen des Kühlmittelschlauchs vom Thermostat-Anschlussstutzen fließt das Kühlmittel sowieso ab. Damit das Kühlwasser möglichst ungehindert nach unten abfließen kann, entferne ich den Luftführungsschlauch unten. Dazu werden die Halteklammern mit einem Schraubenzieher entriegelt. Anschließend kann der Schlauch abgezogen werden.

Jetzt kann der Kühlmittelschlauch vom Anschlussstutzen abgezogen werden. Dieser Schritt war tatsächlich gar nicht so einfach. Der Schlauch war nämlich ziemlich fest auf dem Stutzen, sodass viel Kraft zum lösen notwendig war. Gleichzeitig darf aber der Anschlussstutzen aus Kunststoff nicht beschädigt werden.

Während das Kühlwasser abfließt entriegle ich die Halterung des Schlauchs und drücke diesen zur Seite, damit er für die nächsten Schritte aus dem Weg ist.

Als nächstes wird der Anschlussstutzen abgeschraubt. Dieser ist mit zwei Schrauben befestigt. Fotografieren war an dieser Stelle schwierig. Die untere der beiden Schrauben ist gerade so zu erkennen.

Theoretisch sollte sich der Anschlussstutzen nun zusammen mit dem Thermostat herausziehen lassen. Anschließend muss das Thermostat um 90° gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden, um es vom Stutzen zu trennen.
In meinem Fall hing das Thermostat jedoch irgendwie im Motorblock fest. Um die Kunststoffnasen im Anschlussstutzen nicht zu beschädigen musste ich also vorsichtig versuchen den Stutzen entgegen dem Uhrzeigersinn zu drehen, um ihn abnehmen zu können. Das Thermostat blieb bei mir erst mal im Motorblock stecken, konnte jedoch dann ohne große Probleme entfernt werden.

Neues Thermostat einbauen

Das neue Thermostat wird zunächst in den Anschlussstutzen eingesetzt. Der Bügel muss dazu waagerecht stehen.

Anschließend wird es um 90° im Uhrzeigersinn gedreht, sodass es recht fest mit dem Stutzen verbunden ist. Der Bügel steht nun nahezu senkrecht.

Die neue Dichtung darf natürlich nicht vergessen werden. Diese wird vor dem Einsetzen mit Kühlflüssigkeit benetzt.

So kann jetzt der Anschlussstutzen mit Thermostat eingesetzt werden. Die Schrauben werden mit 15 Nm angezogen. Mit Gelenk und Verlängerungen konnte ich den Drehmomentschlüssel zumindest bei einer Schraube nutzen. Die andere war jedoch so schwer zu erreichen, dass hier nur mit Gefühl angezogen werden konnte.

Zum Schluss werden wieder alle Schläuche montiert und gesichert.

Nach dem Anbringen der Motorabdeckungen kann das Auto dann abgebockt werden.

Kühlsystem auffüllen und entlüften

Da beim Wechsel des Thermostats auch dann Kühlflüssigkeit verloren geht, wenn man dieses nicht vorher explizit ablässt, muss natürlich nachgefüllt werden. Also wird erst mal der Ausgleichsbehälter aufgefüllt. Dabei macht es nichts, wenn der Flüssigkeitsstand beim ersten Mal etwas über der Maximummarkierung liegt.

Dann wird der Motor gestartet um auf Temperatur zu kommen. Während der Motor läuft, wird der Flüssigkeitsstand im Auge behalten und gegebenenfalls nachgefüllt. Beim Dieselmotor dauert es natürlich eine ganze Weile, bis dieser seine Betriebstemperatur erreicht und das Thermostat öffnet. Die Öffnungstemperatur muss aber auf jeden Fall erreicht werden, da dabei der Flüssigkeitsstand nochmal deutlich absinkt. Dank der nachgerüsteten Standheizung in meinem A3 ging das Aufheizen bei mir etwas schneller. Um sicher zu gehen, dass der Motor richtig warm ist, sollte man ihn solange laufen lassen, bis der Kühlerlüfter anspringt.

Anschließend ein letztes Mal den Flüssigkeitsstand kontrollieren und dann kann die Probefahrt erfolgen. Hierbei ist bei mir der Flüssigkeitsstand nochmal deutlich abgesackt, sodass sogar die Warnung im Display anging. Also nochmal auffüllen und weiter geht’s. Jetzt war endlich alles gut. Zur Sicherheit sollte aber trotzdem nach ein paar Tagen nochmal kontrolliert werden, ob nicht doch nochmal etwas nachgefüllt werden muss, weil sich noch Luftblasen im System befanden.

Fazit

Der Austausch des Thermostats ist nicht besonders teuer, wenn man man es selbst wechseln kann. Der Wechsel selbst ist prinzipiell auch nicht besonders schwierig. Nur die Zugänglichkeit könnte besser sein. Insgesamt aber durchaus machbar.

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